"Du bist es nicht wert geliebt zu werden"
Ich schaute sie entsetzt an. "Niemals. Das weißt du ganz genau."
ich brachte kein Wort raus, ich spuerte nur wie mir die Traenen kamen und in salzigen Rinnsaelen meine Wangen hinunterliefen. "Halt den Mund.!" brachte ich zwischen zusammengepressten Zaehnen hervor. Ich war nicht wuetend. Ich wollte mir nur nicht eingestehen, dass ich ihr glaubte.
"Irgendwann.." mir brach die Stimme weg.
"Irgendwann bist du Tod. Dann liegst du so einsam unter der Erde wie du es jetzt schon bist."
Ich wollte erwidern, dass ich nicht einsam sei. Das ich es wert war geliebt zu werden.
Aber ich konnte nicht. Die Worte blieben mir im Halse stecken waehrend ich beobachtete wie schwarze Baeche meine Wangen streichelten wie zaertliche Finger.
"Du solltest es beenden. Er wird dich nie lieben, dass weißt du genau, Liebes." Schattenkind laechelte mich sanft an. Sie erinnerte mich an eine Mutter, die ihrer Tochter einen Rat gab. Und einer Mutter widersprach man nicht.
"Du hast Recht.." fluesterte ich. "Niemals werde ich gluecklich sein..."
Schattenkind sah mich lange Zeit an. "Er tut dir nicht gut, doch ohne ihn verzweifelst du genauso"
Ich wischte mir die Traenen am Aermel meiner Jacke ab. Kurz wuenschte ich mir, dass es Blut waere und keine Traenen vermischt mit Schminke.
"Er sollte genauso Leiden" stellte Schattenkind sachlich fest, "aber du kannst ihm nicht weh tun"
Ich erwiderte nichts. Stumm nickte ich und wandte mich von ihr ab.
Unten auf der Straße ging ein Paar Hand in Hand vorbei. Ich kannte sie. Ich mochte sie.
Doch in diesem Moment stieg ein Gefuehl des Hasses fuer alljene in mir auf die gluecklich waren und fuer alle, die grade Hand in Hand mit ihrem Glueck vorrueber gingen. Ich wuenschte mir sie wuerden heulen, schreien- gepeinigt von dem Schmerz den auch ich fuehlen musste. Wuerde auch nur einer das aushalten.? Wuerde irgendjemand das alles so ueberstehen wie ich es bisher getan hatte.?
Ich wuenschte mir es zu sehen. Aber die Antwort auf meine Gedanken war die Stille und das leise Atmen von Schattenkind in meinem Ruecken.
"Du fragst dich, warum du nicht an ihrer Stelle seien kannst."
Ich wollte den Kopf schuetteln. Aber ich konnte mich nicht ruehren. Meine Gedanken waren auf ein Gesicht gerichtet dass mir sowohl Schmerz als auch Freude brachte. Jeden verdammten Tag. Jede Nacht.
Jede Nacht.
Jede Nacht.
Jede Nacht.
Ich sah auf. Langsam wurde es hell draußen. War Schattenkind noch da.? Ich drehte mich um.
Dort hockte sie, in eine dunkle Ecke gekauert.
"Sieh mich nicht an" bat sie mich leise. Ich sah weg.
"Glaub mir, es wird niemals so sein wie du es dir wuenschst"
Ein paar Voegel sangen vor meinem Fenster. Ich strich mir die Haare aus dem Gesicht und schaute auf mein Handy. Zwei neue Nachrichten.
"Gutn Morgen Sueße =*"
Ich verbarg die Nachricht vor Schattenkind. Doch die zweite war anders:
"morgen wird sicher schoen. ich freue mich schon so darauf dich endlich wieder zusehen, Kleine <3"
In mir machte sich ein warmes Gefuehl breit. Was war das.?
Ich drehte mich zu Schattenkind, doch sie war weg.
Die Sonne schien.
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tbc.
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