Schoener Tag. Somehow. Bis jetzt. Verzweiflung. Es ist immer das selbe. Egal wie schoen der Tag war. Egal wie wenig Anlass es gibt zum traurig sein- es holt mich immer wieder ein. Schokolade macht
gluecklich fett. Nein, ich werde nicht kotzen. Das macht's doch nur noch schlimmer. Hey, Alex. Laechel doch mal! Na klar, fuer dich doch immer.
Verrecke. Verrecke. Verrecke. Redest du mit mir? Nein mit mir selbst...
Ich hasse mich. Ich hasse mich. Ich hasse mich. Ich hasse mich. Was muss man in dieser Welt tun um gluecklich leben zu koennen? Was soll ich noch versuchen, um endlich wieder unbeschwert Lachen zu koennen? Manchmal frage ich mich, was M sagen wuerde, wenn sie wuesste, was sie aus mir gemacht hat. Was B sagen wuerde, wenn er wuesste, dass ich noch immer heulend aufwache, weil ich ihn immer wieder sehe. Immer wieder. Immer wieder. Ich hasse dich. Ich hasse dich. Ich hasse dich.
Alex hoer auf zu nerven.! Ich sehe keinen Ausweg mehr. Der letzte ist versperrt. Ich kann nicht einfach aufgeben. Das waere nicht ich. Aber wer bin ich denn noch? Frueher haette ich nie angefangen zu hungern. Ich haette mich niemals
selbst verletzt. Ich haette niemals
gekotzt. Ich haette niemals niemals niemals an's
Beenden gedacht. Alex? Wo bist du? Ich stehe in einem Wald. Es ist fast dunkel, als wuerde die Sonne untergehen. Es ist kalt. Ich friere. Mein Atem bildet eine Wolke. Ich schlinge meine Arme um die Brust, doch es hilft nicht. Ich habe nur ein duennes Kleid an. Panisch atme ich ein und aus. Meine Lunge tut weh, es ist so kalt. Ich blicke mich um, Traenen laufen meine zerkratzten Wangen hinunter. Es brennt. Traenen und Blut. Ich schreie nicht. Ich drehe mich immer wieder im Kreis, auf der Suche nach Hilfe. Aber niemand ist hier draußen. Ich fange an zu gehen. Schritt fuer Schritt, barfuß ueber das weiche Moos.
Etwas ist hinter mir. Ich weiß ich muss rennen. Ich
darf es nicht ansehen. Ich
muss weglaufen. Ich versuche schneller zu werden. Immer schneller und schneller aber meine Beine wollen nicht. Ich
muss es sehen. Ich
muss. Aber ich darf nicht. Ein letzter Rest kaempft. Ich werde schneller, stolpere immer wieder, taumle, renne weiter. Meine Beine sind mit Schnitten ueberseht. Ueberall Blut. Meine Lungen tuen weh. Ich kann nicht mehr rennen. Ich will nicht mehr rennen.
Geb' auf. Eine Stimme, wie ein Windhauch zischelt sie mir zu.
Geb' endlich auf. Niemand wird dich hier retten. Niemand hoert oder sieht dich. Ich atme immernoch panisch ein und aus. "Hilfe" fluestere ich atemlos. Immer lauter. Ich laufe. Ich laufe immer weiter. Dornen. Sie zerreißen mein Kleid, zerren an meinen Haaren. Blut. Mehr Blut. Schmerz. Mehr Schmerz.
Geb' auf. Immer wieder. Die Stimme ist liebevoll, zaertlich wie eine Mutter. Langsam wird sie wuetend.
Geb auf. Geb auf. GEB AUF! Der Schmerz ist fast unertraeglich.
Weißt du, Alex..du hast mir nie etwas bedeutet. Wie konntest du denken, wir waeren..AllerbesteFreunde?! M.'s Stimme ist angewiedert.
Wie laecherlich, dass du sowas denken konntest! Ich stolpere ueber eine Wurzel, falle in die Dornen. Ich schreie auf vor Schmerz. Wie konnte sie nur? Nein..es war meine Schuld..Nicht ihre. Nicht M's..
Du bist es nicht wert, jemals geliebt zu werden..habe ich dir das damals nicht beigebracht? Letzten Sommer? B.'s Stimme. Ich wische mir die Traenen aus den Augen, doch sie brennen. Ich schließe sie. B. steht vor mir. Abschied. Wir umarmen uns, es fuehlt sich nicht schmerzhaft an. Mein Herz schlaegt. Ploetzlich stoeßt er mich von sich weg, ich falle. Sein Gesicht ist zu einer schrecklichen Fratze verzerrt. Ich oeffne die Augen, sehe Blut. Ploetzlich absolute Stille. Nur mein rasches Atmen hallt zwischen den Baeumen wieder. Eine Hand. Ich schaue auf und sehe M. Er laechelt leicht. Misstrauisch schaue ich ihn an.
Erwarte nichts und werde nicht enttaeuscht. Voellig reglos steht er da, ich starre ihn an, ohne Reaktion. Ich weiß nicht was ich denken soll. Es wird warm in mir. Hilfe.
Soll das Hilfe sein...? Ploetzlich ein grelles Licht hinter ihm. Ich halte meine Hand schuetzend vor die Augen und spaehe durch die Luecken zwischen den Fingern. Er steht dort, bis er voellig im Licht verschwindet, reglos. Stumm. Dann wird es wieder dunkel. Ich sehe nur Umrisse der schwarzen Baeume und Dornenbuesche, meinen weißen Koerper, uebersaet mit blutenden Schnitten und hellen Narben. Vergangenheit und Gegenwart. Ich atme tief durch. Immer wieder. Es tut weh, aber ich ignoriere diesen Schmerz. Dann sehe ich Umrisse, die sich auf mich zu bewegen. Etwas sagt mir ich muss weg. Ich stehe auf. Ich muss weiter. Renn'. Renn' um dein Leben! Ich fliehe. Fluesternde Stimmen. Ich verstehe nur einzelne Woerter. Wertlos. Fett. Haesslich. Unerwuenscht. Minderwertig. Monster. Fluechtige Blicke nach hinten, die Schatten folgen mir. Ich laufe. Laufe. Laufe. Falle und laufe weiter. Ich kann nicht mehr. Ich falle, krieche weiter. Ueberall Dornen. Ich schließe die Augen, immer weiter, immer weiter. Und dann spuere ich Gras. Es ist ploetzlich hell. Ich schaue auf und oeffne langsam die Augen, die Schmerzen sind verschwunden. Ich untersuche meinen Koerper auf Blut, aber nichts. Die Schnitte sind verheilt. Ich schaue mich um- eine Lichtung, am Rande stehen die schwarzen Schatten und warten.
Du kommst wieder. Lange bist du dort nicht sicher. Ich lasse mich fallen. Ich liege im Gras und weine. Einfach nur weinen. "Alex" jemand legt die Arme um mich und nimmt mich in den Arm. Ich weiß nicht wer. Ich weine. "Alles ist gut. Es ist vorbei, ich bin bei dir" ich schaue auf und sehe ein duennes Maedchen. Es ist wie aus Haut und Knochen, uebersaet mit Narben. Graeuliche Haut, stumpfes, strohiges Haar. Ich erkenne nur die Augen wieder. Ich kenne dieses Maedchen. Aufgeregt springe ich auf und gehe ein paar Schritte rueckwaerts. "Nein" fluestere ich. "Nein, das kann nicht sein" Sie nickt. "Doch" sie laechelt nun, "ich bin Ana"
Meine Gedanken ueberschlagen sich. Vergangenheit. Gegenwart. ... Zukunft?
"Ich bin du" fluestert sie. "Sieh nur, wie wunderschoen duenn du werden kannst, wenn du so weiter machst"
"Nein!" sage ich leise. "Das..will ich nicht sein"
"natuerlich willst du das. Das hast du frueher auch gesagt, aber dann hast du es dir anders ueberlegt, sonst waere ich ja nicht hier, richtig?"
Sie geht einen Schritt auf mich zu, doch ich weiche zurueck. Immer weiter und weiter. Ich stehe fast in Reichweite der Schatten. "Alex, geh nicht. Du weißt, dass du mit mir alles bekommen kannst..Schoenheit. Liebe. Du wirst geliebt werden, Alex. Zum ersten Mal in deinem Leben!"
"Ich werde geliebt" fluestere ich, nicht ganz von mir ueberzeugt. Traenen.
"Du weißt, dass du nur von Freunden geliebt wirst, Herzchen. Von niemand anderem. Und weißt du was?"
"Alex..hoer nicht hin. Vertrau mir...Du brauchst das nicht. Ana ist keine Freundin. Du wirst auch so geliebt"
"Luegen ueber Luegen, Herzchen. Vergiss es. Wenn du so fett bleibst..dann bleibt auch dein Leben so"
Ich fuehle mich hin und her gerissen. Schluchzend falle ich zu Boden als meine Knie nachgeben.
[Es ist 1.21] Ich bin voellig allein. Voellig verzweifelt. Wem kann ich vertrauen? Ich bleibe wieder allein. "Was soll ich tun" fluestere ich. Ana schaut mich an. Und dann...zerfaellt sie zu staub. Erschrocken schaue ich auf den Platz, an dem eben noch das duerre Maedchen stand. An dem ich stand. Jemand nimmt mich in die Arme. "Alles okay" Ich verliere alles Zeitgefuehl. Ich vertraue einfach, weiß das es richtig ist. "schatz?" eine Maedchenstimme. Und dann bin ich allein. Ich sehe aus den Augenwinkel wie beide von der Dunkelheit des Waldes verschluckt werden.
Lass dich niemals fallen, er wird gehen. Er wird gehen. Er wird gehen. Du wirst wieder allein sein weil die Freundschaft nicht so wichtig ist wie die Beziehung. Er wird gehen. Lass dich niemals fallen. Voellig desillusioniert starre ich auf den Boden. Mein Koerper schmerzt. Ich sehe dabei zu, wie die Narben aufreißen und alles mit Blut ueberstroemt. Es wird immer dunkler um mich herum. Die Schatten kommen naeher.
Es tut mir Leid, Alex. Es tut mir Leid, Alex. 24 Stunden. Alex. Alex. Ich liebe dich dafuer, dass du fuer mich da bist, mein Held. Ich setze mich mich schmerzverzerrtem Gesicht auf und warte. Weg laufen hilft nicht mehr. Die Schatten umzingeln mich. Doch dann...
tbc!
Wunderschöner text ! ich hatte ein foto für meinen blog gesucht bin dabei zufällig auf deinen getroffen ich hoffe der ist noch aktuell und dir geht es gut ich musste weinen als ich das las ich kenne es ich moment selbst sehr gut aufgegeben zu haben nicht mehr man selbst zu sein und hilflos ich hoffe zumindest das es dir gut geht
AntwortenLöschenliebe grüße anna
ps: hat dein verdammt vergöttert verarscht was mit den lied von den böhsen onkelz zu tun ?